Aktionswoche 2021

Die 12 bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien fand vom 14. bis 20. Februar 2021 statt. Bundesweit wiesen 140 Veranstaltungen (92) und Aktionen (48) in 76 Städten Pandemie-bedingt insbesondere im digitalen Format auf die Situation der betroffenen Kinder und Jugendlichen hin. Die Zahl der Veranstaltungen erreichte somit auch im Lockdown nahezu das Niveau der Vorjahre. Trotz der Einschränkungen sorgte die Kreativität und Einsatzbereitschaft der beteiligten Einrichtungen für ein vielfältiges Programm. Angeboten wurden (wobei sich die Angebote teilweise nicht trennscharf unterscheiden ließen):

 

  • Bildungsangebote / Webinare (ca. 15)
  • generell zu Kindern aus suchtbelasteten Familien (z.B. die mehrtägige FB „Kind s/Sucht Familie“ von der LZG Mainz)
  • mit Themenschwerpunkten:
  • Alkohol und / in der Schwangerschaft
  • Trauma und Sucht
  • Familienorientierte Suchtarbeit
  • Einsatz von Kinderbüchern und Filmen in der Arbeit mit Kindern aus Suchtfamilien
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der von Kindern aus Suchtfamilien und aus Familien mit psychisch erkrankten Elternteilen
  • Praxisorientierte Ansätze im Reha-Kontext

 

  • Informationsangebote (ca. 35)
  • Digitale Infoabende (z.B. auch zu Kindern, Medien, Sucht)
  • Vorstellungen von Projekten (z.B. Brandenburg: Suchtprävention für vulnerable Zielgruppen)
  • digitale Tage der offenen Tür
  • Podcasts – Infotainment für Pädagog*innen
  • Life-Streams, in denen Jugendliche und Eltern über ihre Erfahrungen mit / im Hilfeangebot berichten
  • Die sieben Resilienzfaktoren an sieben Tagen auf Instagram und Facebook
  • Videopremiere auf Youtube mit Infos und Adressen für Kinder, Eltern, Nachbarn
  • Tägliche Lunchtime-Interviews zum Thema auf Youtube
  • Filmvorführungen (z.B. „Liebe und Hass“ oder „Zoey“ mit anschließender Diskussion)

 

  • Hilfeangebote (ca. 35)
  • Telefonbe­ratungen für betroffene Jugendliche, ihre Familien und Fachkräfte
  • Telefonsprechstunden für Schüler*innen
  • Teacher-Tool für`s Home-Schooling (zum Thema Kinder in Suchtfamilien)
  • Start eines neuen Gruppenangebots im Wedding, Berlin
  • Zoom-Meetings mit Angehörigen und Suchttherapeuten
  • Online-Chat mit Angehörigen und Suchttherapeuten
  • Chat für Jugendliche

 

  • Angebote für Kinder (ca. 30)
  • Digitale Schnitzeljagden, Rallyes bzw. Parcour durch Städte, z.B. Pößnitz (Freizeitmöglichkeiten und Hilfeangebote in der Stadt)
  • Parcours für 3. und 4. Klassen (Sucht, Stärken, Selbsthilfe)
  • Kinder erarbeiten eine Geschichte und einen Comicclip zum Thema (Fitkids)
  • Mal- und Bilderwettbewerb zum Kinderbuch „Leon findet seinen Weg“
  • Eltern-Kind-Aktion
  • Perlenbasteln (im Juni)
  • Wünsche-Poster
  • Ruderkurs/-freizeit im Sommer 2021

 

  • Andere (ca. 25)
  • Pressekonferenzen
  • Verpacken und Versenden von NACOA-Infomaterial an Kitas, Schulen, Jugendämter
  • Verteilung von Tüten mit FFP2-Masken, Malstiften, Postkarten und einem QR-Code zu den Rechten von Kindern (Prokids)
  • Ausstellungen in Schaufenstern (zum Thema „die vergessenen Kinder“, zu Infos über Hilfen)
  • Mobiles vor der Suchtberatungsstelle: gesunde Familien und suchtkranke Familien (Caritas Wittlich)
  • Stadtgespräche – Gespräche mit Leuten auf der Straße über die Probleme der betroffenen Kinder

An der Aktionswoche nahmen zahlreiche Träger der Suchthilfe und Jugendhilfe, Selbsthilfeverbände und Kommunen teil.

Den Auftakt bildete eine Pressekonferenz via zoom, die von NACOA in Kooperation mit dem Paritätischen Gesamtverband veranstaltet wurde. Auf dem Podium saßen Corinna Oswald (Vorstandsmitglied NACOA), Stefanie Bosch (Online-Beratung NACOA) und Prof. Dr. Rolf Rosenbrock (Vorsitzender der Paritätischen Gesamtverbands). Das Hauptthema der Pressekonferenz war die verschärfte Situation der betroffenen Kinder und Jugendlichen während der Pandemie mit Lockdowns und somit Kontaktbeschränkungen nach außen. Es wurde auf die Notwendigkeit des Ausbaus der Online-Beratung hingewiesen, die seit Beginn der Pandemie einen enormen Zulauf erfahren hat. Weiterhin wurden die mangelnde Umsetzung der 19 Empfehlungen, welche in der interministeriellen Arbeitsgruppe des Bundestags zur Verbesserung der Situation der Kinder und Jugendlichen mit psychisch und suchtkranken Eltern 2019 erarbeitet worden war, sowie die verschleppte Entstigmatisierungskampagne aufgegriffen.

Die Aktionswoche wurde von 29 Beiträgen in Print, Radio und TV begleitet. Die Aktionswoche war auch in überregionalen Medien Thema. Neben Berichten in „Logo“, den Kindernachrichten des ZDFs, sowie mehreren Berichten im Radio- und TV-Programm des Mitteldeutschen Rundfunks, des SWR und des RBB, erschienen gut zwei Dutzend Berichte in Lokalzeitungen zur Aktionswoche, die oft die Arbeit der Einrichtungen vor Ort vorstellten.

Weiterhin wurden in der diesjährigen Aktionswoche die Social-Media-Kanäle (Facebook, Instagram, YouTube) in weitaus größerem Umfang bespielt als zuvor. So fanden die etwa 100 Beiträge auf dem erstmalig eingerichteten Instagram-Kanal bei über 250 Abonent*innen Resonanz (#nacoadeutschland, #vergessenenkinderneinestimme geben). Ähnlich verhielt es sich auf reaktivierten Facebook-Konto mit knapp 900 Abonent*innen. NACOA startete zudem auf seinem YouTube-Kanal eine tägliche Interviewreihe mit Betroffenen und Fachleuten zum Thema „suchtbelastete Familien“. Diese soll auch nach der Aktionswoche in wöchentlichem Abstand weiterlaufen und so zur Entstigmatisierung der Suchtkranken und ihrer Angehörigen beitragen. Durch die sozialen Medien gelang es in diesem Jahr nicht nur Fachkräfte, sondern auch jüngeres Publikum, teilweise selbst betroffene Personen zu erreichen und einzubinden, um sie z.B. an die NACOA-Online-Beratung weiterzuleiten.

Die Aktionswoche fand zeitgleich im Vereinigten Königreich, den USA, Indien und etwas zeitversetzt in der Schweiz statt. Erstmalig wurde ein international ausgerichtetes digitales Panel auf Facebook ausgestrahlt, in dem sich Vertreter*innen von NACOA aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Irland, Deutschland, Slovenien und Indien zur Situation der Kinder und zum gesellschaftspolitischen Bewusstsein für die Thematik in ihren Ländern austauschten.

 

 

 

 

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