Aktionswoche 2020 in den Medien

17.02.20 Badische Zeitung

17.02.20 Hallespektrum.de

16.02.20 Hallo München

14.02.20 Domradio

14.02.20 Weser Kurier

14.02.20 Remscheider General Anzeiger

13.02.20 Neue Osnabrücker Zeitung

13.02.20 Fränkische Nachrichten

13.02.20 Der neue Wiesenbote

13.02.20 In Franken

13.02.20 RBB Radio Eins

13.02.20 Hallelife

12.02.20 NDR Info

12.02.20 Parchimer Zeitung

12.02.20 Domstadt

12.02.20 MDR aktuell

12.02.20 Kreiszeitung Stuhr

12.02.20 Südkurier

11.02.20 SR

11.02.20 NDR

11.002.20 Saarbrücker Zeitung

11.02.20 Hannoversche Allgemeine

11.02.20 Kölner Stadtanzeiger

11.02.20 Schwarzwälder Bote

11.02.20 Harz Kurier

11.02.20 Der Teckbote

11.02.20 Mittelhessen.de

11.02.20 Schwäbisches Tagblatt

11.02.20 Fränkische Nachrichten

11.02.20 RTL Nachtjournal

10.02.20 SWR 2

10.02.20 Tagesschau.de

10.02.20 RTL

10.02.20 RBB Fernsehen

10.02.20 Deutschlandfunk Kultur

10.02.20 taz

10.02.20 RBB Inforadio

10.02.20 RBB Radio eins

10.02.20 Götinger Tageblatt

10.02.20 Fachkräfteportal

10.02.20 AWO.de

10.02.20 Wuppertaler Rundschau

10.02.20 InFranken.de

10.02.20 Ärzteblatt

10.02.20 Radio Oberland

10.02.20 evangelisch.de

09.02.20 HR 1

08.02.20 Badische Zeitung

10.02.20 Main Echo

08.02.20 Sonntagsblatt

07.02.20 HR Info

07.02.20 Schwarzwälder Bote

07.02.20 Nordfriesland Tageblatt

07.02.20 Die Oberbadische

06.02.20 Mannheimer Morgen

05.02.20 Kraichgau News

04.02.20 Gescherer Zeitung

03.02.20 Schwäbische Zeitung

30.01.20 Sylter Rundschau

27.01.20 Rheinische Post

 

 

14.02.20 Berlin - Diakonie Deutschland will Kinder mit suchtkranken Eltern nicht alleine lassen

 

 

BERLIN - Kinder mit suchtkranken Eltern benötigen nach Ansicht der Diakonie dringend eine größere Aufmerksamkeit und eine stärkere Lobby, da sie Hilfen nicht selber anfordern und ihre suchtkranken Eltern häufig die nötige Unterstützung nicht leisten können.

Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien plädiert Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, für regionale Netzwerke und eine bessere Finanzierung der Hilfen für Familien mit suchtkranken Eltern:

"Wir dürfen Kinder aus Suchtfamilien nicht alleine lassen! Wir weisen seit langem darauf hin, dass Kinder aus Suchtfamilien hoch belastet und oft vollständig überfordert sind. Die gesamte Familie benötigt Unterstützung, wenn ein Elternteil suchtkrank ist. Besonders dramatisch ist die Situation für Kinder in Alleinerziehendenfamilien. Kinder können, gerade wenn sie sehr klein sind, sich nicht selber Hilfe holen. Viele fürchten sich auch vor den Konsequenzen, die eintreten können, wenn die Probleme bekannt werden. Und ihre suchtkranken Eltern suchen oft nicht aktiv Hilfe. Auch deshalb führten Kinder aus Suchtfamilien viel zu lang ein Schattendasein und standen nicht auf der politischen Agenda. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Kinder und Familien Unterstützung erhalten. Es sind regionale Netzwerke aus verschiedenen Akteure der Suchthilfe, der Kinder- und Jugendhilfe sowie des Gesundheitssystems notwendig, die eng zusammenarbeiten und verlässlich finanziert werden. Nur so können wir dafür sorgen, dass Kinder aus Suchtfamilien bestmöglich für die Zukunft gestärkt sind und nicht selbst hochgefährdet sind in eigene Sucht- sowie psychische Krankheiten abzurutschen."

Quelle Diakonie Deutschland

 

 

14.02.20 Berlin - Caritasverband will Suchtkranke Eltern und ihre Kinder stärken

Kinder mit suchtkranken Müttern oder Vätern sind durch die Krankheit ihrer Eltern unmittelbar mit betroffen. Viele leben in Angst und Unsicherheit, sie übernehmen Verantwortung für sich und ihre Familien, die sie überfordert. Unter den Folgen leiden sie nicht selten ihr Leben lang.

Die Caritas setzt sich anlässlich der bundesweiten "Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien" für stärkere Netzwerke, besser abgestimmte Hilfen und Leistungen vor Ort sowie eine verlässliche Finanzierung ein.

"Wir wissen aus unseren Beratungsstellen, wie groß das Leid aus Scham und Hilflosigkeit in den Familien ist, in denen die Sucht eines suchterkrankten Elternteils den Alltag prägt. Für die rund 2,7 Millionen  Kinder, die in einer Familie heranwachsen, in der Sucht zum Alltag gehört, gibt es ein erhöhtes Risiko, als Erwachsene selbst suchtkrank zu werden. Wir müssen dafür sorgen, dass die Kinder in ihren Familien wieder Stabilität und Zuverlässigkeit erleben und die Bürde des "Familiengeheimnisses Sucht" loswerden", sagt Eva Maria Welskop-Deffaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik des Deutschen Caritasverbandes.

Für belastete Eltern und Kinder aus Suchtfamilien brauche es eine bessere Zusammenarbeit zwischen der Jugendhilfe, der Suchthilfe, den Gesundheitsämtern, den Frühen Hilfen, den Gynäkologischen Praxen sowie intensive Präventionsarbeit in Kitas und Schulen.

Im vergangenen Jahr hat die Caritas gemeinsam mit der Diakonie das Kooperationsprojekt "Familienorientierte Suchtarbeit zur Stärkung elterlicher Kompetenz" gestartet, das Eltern und Kindern mit einer Suchtsymptomatik gezielt helfen soll. Das neue Rahmenkonzept für Beratungsstellen soll die Elternkompetenz und die Kooperation von Suchthilfe und Jugendhilfe stärken. Gefördert wird das Projekt vom Bundesgesundheitsministerium. Ab Frühjahr 2021 kann das Rahmenkonzept bundesweit angeboten werden. "Das Projekt ist ein ganz konkreter Beitrag der beiden konfessionellen Wohlfahrtsverbände für die Durchsetzung von Kinderrechten in Deutschland. Ihre Lebenschancen dürfen nicht dadurch dauerhaft beeinträchtigt sein, dass ihre Eltern sich schwer tun, ihr Leben zu bewältigen”, betont Welskop-Deffaa.

geschrieben am 14.2.20

Quelle: Caritas Deutschland

13.02.20 Essen - Essen ist Modellstadt für vernetzte Angebote

Gestern machten Peter Renzel, Stadtdirektor und Geschäftsbereichsvorstand für Soziales, Arbeit und Gesundheit der Stadt Essen, und Martina Tödte, Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW und Leiterin der Einrichtungen von BELLA DONNA, bei einem Pressetermin anlässlich der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien (9. bis 15.2.) auf die Problematik betroffener Kinder aufmerksam. Peter Renzel stellte die Aktivitäten des Gesundheitsamtes in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Essen für psychisch kranke Kinder und Jugendliche vor sowie für Kinder, die mit Eltern zusammenleben, die von einer Sucht und/ oder einer psychischen Erkrankung betroffen sind.

Kinder aus Suchtfamilien sind in Deutschland keine Randgruppe: Schätzungsweise jedes sechste Kind unter 18 Jahren lebt mit abhängigen Eltern zusammen. Die weitaus meisten dieser Jungen und Mädchen – etwa 2,65 Millionen – sind mit der Alkoholkrankheit eines oder sogar beider Elternteile konfrontiert. Mit drogensüchtigen Eltern leben ca. 40.000 bis 60.000 Kinder zusammen. Zwischen drei und vier Millionen Kinder leben mit einem psychisch kranken Elternteil zusammen. In Essen leiden etwa 20.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren unter der Situation einer eigenen psychischen Erkrankung, einer psychischen Erkrankung ihrer Eltern oder der Sucht ihrer Eltern beziehungsweise von Elternteilen.

Martina Tödte erklärte: "Kinder aus Suchtfamilien werden nicht so versorgt wie sie versorgt werden müssten. Wir möchten Kinder mit gezielten Angeboten unterstützen. Bestehende Angebote sind auf das Engagement von Kommunen, Träger und Spenden angewiesen, bislang gibt es keine gesetzliche Regelung zur Finanzierung von Angeboten, das muss geändert werden."

Essen ist Modellstadt für vernetzte Angebote

Gesundheitsdezernent Peter Renzel sensibilisierte gemeinsam mit Helmut Quentmeier, Psychiatriekoordinator des Gesundheitsamtes, für Kinder aus Suchtfamilien: "Kinder und Jugendliche leiden unter der Situation. Das ist unerträglich. Es bedarf von vielen Seiten des Mutmachens zur Veränderung." Essen gelte nach Renzel landesweit und bundesweit als Modellstadt für vernetzte Hilfeangebote für Betroffene, eine Vielzahl von Akteuren engagiert sich bereits in diesem Bereich. Aktuell ist die Stadt Essen vom Landschaftsverband Rheinland als Modellregion mit 300.000 Euro für die Förderung ihres Kooperationsverbundes "Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen" ausgewählt worden. Darüber hinaus wird in diesem Jahr in Essen eine Fachstelle an den Start gehen, die komplexe Hilfsangebote im Blick hat und gezielt Ansprechpartnerinnen und -partner zur verbesserten Versorgung von psychisch erkrankten Eltern und ihren Kindern beim Gesundheitsamt vermittelt.

"Bereits seit Anfang 2002 gibt es in Essen eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung zwischen helfenden Akteuren", erklärte Ulrich Engelen, Fachbereichsleiter des Jugendamtes. Alle an dem Konzept beteiligten Institutionen verfolgen als gemeinsame Ziele ein dauerhaft gemeinsames Leben von Eltern und Kind zu ermöglichen, eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Zielgruppe und eine verbindliche Kooperation mit den Vertragspartnerinnen und -partnern der drei Bereiche Krankenhäuser, Drogenhilfe und Jugendhilfe.
 

12.02.20 Berlin - Drogenpolitischer Sprecher der SPD: Was wollen Bundesdrogenbeauftragte und Gesundheitsminister jenseits warmer Worte für COAs tun?

Anlässlich der elften bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien hat sich der drogenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Dirk Heidenblut, kritisch zum Abschlussbericht der vom Bundestag einberufenen AG „Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern“ geäußert, der im Dezember dem Parlament übergeben wurde: „Meiner Meinung nach, gehen die Empfehlungen der Arbeitsgruppe der Bundesregierung nicht weit genug. Wir brauchen dringend ein umfassendes und SGB-übergreifendes Versorgungsangebot. Von der häuslichen Krankenpflege, über die stationäre Mitversorgung von Kindern hin zu ganzheitlichen Präventionsprojekten und niedrigschwelligen Hilfen. Aus meiner Sicht steht das Bundesgesundheitsministerium hier in der klaren Verantwortung, schnell und konsequent zu handeln.“

Der Essener SPD-Abgeordnete Dirk Heidenblut sieht auch an anderer Stelle erheblichen Nachbesserungsbedarf: „Überall im Land gibt es vorbildliche Projekte, die sich um genau solche Kinder aus Familien mit süchtigen oder psychisch kranken Eltern kümmern. Leider scheiterte mein Vorstoß, eine Förderung solcher Projekte durch die Bundesregierung zu erreichen am Unwillen und Desinteresse des Bundesgesundheitsministeriums. Frau Ludwig, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, und Gesundheitsminister Spahn müssen sich fragen lassen, ob sie jenseits von warmen Worten wirklich was für Kinder aus suchtbelasteten Familien tun wollen.“

Die vollständige Pressemitteilung gibt es hier

geschrieben am 12.2.20

Quelle: Dirk Heidenblut MdB

10.02.20. Berlin - Bundesdrogenbeauftrage sieht bei Hilfen für Kinder aus Suchtfamilien die Kommunen in der Pflicht

BERLIN - Die Bundesdrogenbeauftragte, Daniela Ludwig (CSU) spricht sich anlässlich der elften Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien dafür aus, dass Gruppenangebote für die Kinder, die es bei der Sucht- oder Jugendhilfe schon gibt, eine dauerhafte, stabile Finanzierungsbasis bekommen sollen. Dies sei in erster Linie eine Aufgabe für Kommunen, so Ludwig. Passgenaue Gruppenangebote sollten außerdem ein fester Bestandteil der Präventionsmaßnahmen der gesetzlichen Krankenversicherungen werden.

In diesem Zusammenhang sprach Ludwig sich für die schnelle Umsetzung der Empfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Arbeitsgruppe „Hilfen für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern“  aus. "Damit liegt endlich eine Blaupause vor, was Politik und Gesellschaft tun können, um die Situation der Betroffenen zu verbessern. Jetzt müssen diese Empfehlungen möglichst schnell in der Praxis umgesetzt werden, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird!“, sagte die Bundesdrogenbeauftragte.

Die vollständige Presserklärung der Bundesdrogenbeauftragten gibt es hier

geschrieben am 10.02.20

Quelle: Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung

 

03.02.20 Berlin - Bundesfamilienministerin will mehr Hilfen für Familien mit psychisch- oder suchtkranken Eltern

BERLIN - Bundesfamilienministerin Franziska Giffey äußerte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass sich betroffene Kinder und Jugendliche künftig selbst und auch ohne Einverständnis der Eltern Hilfe holen können.

Bisher ist eine Beratung für Kinder und Jugendliche im Jugendamt nur dann möglich, wenn Jugenamtsmitarbeiter/innen in der Situation eines Kinds offensichtlich eine sogenannte „Not- und Konfliktlage“ erkennen. Künftig soll eine derartige Beratung ohne jede Bedingung möglich sein.

Giffey bezog sich auf den Abschlussbericht einer Arbeitsgruppe, die auf einen parteiübergreifenden Beschluss des Bundestags aus dem Sommer 2017 zurückgeht. In dem Bericht wird dem Bundestag zwar empfohlen, Kindern einen elternunabhängigen Anspruch auf Beratung zu geben, dieser umfasst jedoch nicht einen Anspruch auf konkrete Hilfe. Da Hilfen für Kinder suchtkranker Eltern bis heute keine gesetzlich geregelte Finanzierung haben, gibt es in Deutschland nur schätzungsweise 200 Angebote für rund drei Millionen betroffene Kinder.

.Im Aufruf zur Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien wird der Bundestag daher dazu aufgefordert, Finanzierungswege für resilienzfördernde Angebote für Kinder klar zu regeln. Ein bloßer .Anspruch auf Beratung hilft Kindern nicht weiter, solange hieraus aus Mangel an Finanzen keine konkrete Hilfe erwächst. Gruppenangebote können Kindern die Chance eröffnen, sich trotz der Belastungen im Elternhaus gesund zu entwickeln.

Von den Grünen kam Unterstützung für Giffeys Vorstoß. „Die bessere und frühe Unterstüt­zung von Kindern psychisch Kranker Eltern ist mehr als überfällig“, sagten Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik und Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik. Die Grünen hätten in den vergangenen Jahren unermüdlich darauf gedrängt.

Nun komme es darauf an alle Empfehlungen der Arbeitsgruppe umzusetzen und besonders auch im Gesundheitswesen Barrieren für Prävention und eine bedarfsgerechte Hilfe aus dem Weg zu räumen. Es dürfe nicht länger sein, dass Kindern und Jugendlichen erst dann geholfen werde, wenn sie bereits selbst erkrankt seien, so die beiden Grünen-Abgeord­neten.

geschrieben am 3.2.20

Quellen: Redaktionsnetzwerk Deutschland, Ärzteblatt und Nachricht von NACOA

 

31.01.20 Berlin/Hamburg - Zahlreiche Bildungsangebote im Rahmen der 11. bundesweiten Aktionswoche

Während der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 9. bis 15. Februar 2020 bieten zahlreiche teilnehmende Organisationen Vorträge, Fachtage und Weiterbildungen für Fachkräfte an. Ein Verzeichnis der Bildungsangebote während der Aktionswoche gibt es hier

Nachricht von NACOA

 

28.01.20 Essen - Online-Petition "Kinder psychisch-/suchterkrankter Eltern brauchen JETZT Ihr politisches Engagement!"

ESSEN - Anlässlich des Abschlussberichts der Arbeitsgruppe „Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern“ hat der Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen Essen e.V., Träger der Drogenberatungsstelle für Mädchen und Frauen, BELLA DONNA, und der Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA, eine Petition an die Bundesfamilienministerin Frau Dr. Giffey, den Bundesgesundheitsminister, Herrn Spahn und den Bundessozialminister, Herrn Heil gerichtet.

Diese Petition bittet darum, dass die Empfehlungen dieser Arbeitsgruppe, die im Auftrag des Deutschen Bundestags tätig war und ihren Abschlussbericht im Dezember 2019 dem Bundestag zugeleitet hat, umgesetzt werden. Zudem ist es das zentrale Interesse, dass parallel zu dieser Umsetzung, die zwangsläufig mittel- und langfristige Prozesse erfordert, bereits kurzfristig finanzielle Mittel für die Praxis zur Verfügung gestellt werden.

Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn du/Sie/Ihr den Link zu dieser Petition an deine/Ihre/Eure Kolleg*innen und in deine/Ihre/Eure Netzwerke weiter leiten würdest/würden – viele Unterschriften geben dieser Petition erst das erforderliche Gewicht.

Der Link zur Petition hier

geschrieben am 28.1.20

Quelle: Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen Essen e.V.

 

20.01.20 Berlin/Hamburg - Aufruf zur elften bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

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Download des Aufrufes als PDF hier

BERLIN / HAMBURG - Die vergessenen Kinder sind – dank dem Deutschen Bundestag – endlich auf der politischen Agenda. Mit einem Entschließungsantrag aus dem Juni 2017 hat das Parlament entschieden, dass suchtbelastete Familien und die insgesamt ca. 3 Mio. Kinder eine optimale interdisziplinäre Versorgung bekommen sollen. Der Bundestag stellte u.a. fest:  
 
„Kommunale Angebote, lokale Initiativen und ehrenamtliches Engagement sind wichtige Elemente in der Unterstützung psychisch (und sucht-)kranker Eltern und ihrer Kinder. Sie müssen jedoch personell und finanziell zu einem strukturellen und flächendeckenden Unterstützungssystem ausgebaut werden. Erprobte Modelle müssen deshalb systematisch in ihrer Wirkung analysiert und dann in die sozialen Regelsysteme überführt und verstetigt werden.“
 
Hierfür wurde eine Arbeitsgruppe „Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern“ einberufen. Kurz vor Weihnachten übergab sie Ihren Abschlussbericht an den Bundestag. Leider ist es nicht gelungen, sich in der Arbeitsgruppe über konkrete Finanzierungsmodelle für viele der dringend erforderlichen Hilfen zu einigen. Vieles, was in der Arbeitsgruppe diskutiert und von den in die AG berufenen Expert/innen für notwendig erachtet wurde, fand nicht die Unterstützung der drei ebenfalls in die AG berufenen Fachministerien für Gesundheit (BMG), Familie und Jugend (BMFSFJ) sowie Soziales (BAS). So ist am Ende leider nur ein Minimalkompromiss herausgekommen. Zwar stehen in dem Bericht gute und richtige Ansatzpunkte, doch zu entscheidenden Fragen, die dringend hätten beantwortet werden müssen, schweigt sich der Bericht aus.  
 
Für Kinder aus suchtbelasteten Familien existieren in Deutschland schätzungsweise 200 spezialisierte Hilfeangebote, die die Kinder dabei unterstützen, möglichst unbeschadet aus der belasteten familiären Situation hervor zu gehen. Die Effektivität dieser Angebote ist in der Praxis vielfach erwiesen. Doch kommen heute nur sehr wenige der insgesamt drei Millionen betroffenen Kinder in den Genuss dieser Angebote. Sie wären in jeder Gemeinde nötig, damit mehr Kinder Unterstützung erhalten, um sich gesund zu entwickeln. Für diese Angebote gibt es bislang keinerlei gesetzliche Regelung zur Finanzierung. Sie waren und sind auf den guten Willen der Kommune, der Träger und/oder auf Spenden angewiesen. Dies droht auch so zu bleiben. Die Initiatoren der Aktionswoche und die an ihr beteiligten Aktivist/innen rufen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages dazu auf: Bitte, denken Sie über den Bericht der Arbeitsgruppe hinaus. Suchen Sie Lösungen für diese offenen Fragen:
 
• Bekanntlich leiden die meisten Kommunen unter großer Finanznot. Schon für die bisherigen Aufgaben in der Jugendhilfe sind sie nicht mit ausreichenden Mitteln ausgestattet. Wie soll eine Gemeinde präventive Gruppenangebote z.B. für Kinder aus suchtbelasteten Familien über ihre Jugendhilfebudgets finanzieren, wenn sie von den Ländern nicht hinreichend mit Geldern ausgestattet wird?

• Wie soll sich in Deutschland ein flächendeckendes Hilfesystem entwickeln, wenn die Hürden für Förderungen so gestaltet sind, dass die von den Krankenkassen zur Verfügung stehenden Mittel nicht in Anspruch genommen werden können? 

Wie sollen freie Träger für ihre Gruppenangebote Zugang zu Förderungen z. B im Rahmen des Bündnisses für Gesundheit der gesetzlichen Krankenkassen erhalten, wenn sie keine Antragsberechtigung haben? Dies steht nur den Kommunen zu. Wenn die Angebote (wegen fehlenden Problembewusstseins oder fehlenden Mitteln für den zu entrichtenden Eigenanteil der Gemeinde) nicht die nötige Unterstützung durch die Kommune haben, sind sie von Förderungen praktisch ausgeschlossen. Von einer Regelfinanzierung kann unter diesen Bedingungen nicht die Rede sein.


Auch sollte der Bundestag die Bundesregierung in die Pflicht nehmen, folgende im Entschließungsantrag ebenfalls beschlossen Forderungen endlich umzusetzen:  
 
Durchführung von Aufklärungsmaßnahmen, mit denen die Bevölkerung über psychische und Suchterkrankungen sowie über Beratungsangebote und Therapiemöglichkeiten informiert sowie der Stigmatisierung Erkrankter entgegengewirkt und eine Enttabuisierung in Gang gesetzt wird.
 
• Feste Integration des für die Versorgung von Kindern und deren psychisch oder suchtkranker Eltern notwendigen Handlungswissens und der Handlungskompetenzen in die Aus- und Weiterbildung u. a. von Erzieher/innen, Lehrer/innen, Ärztinnen und Ärzten, psychologischen Psychotherapeut/innen sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeut/innen.
 
Kinder aus Suchtfamilien sind die größte bekannte Risikogruppe für eine eigene Suchterkrankung und lebenslang hochgefährdet für psychische Krankheiten sowie soziale Störungen. Laut dem aktuellen DAK-Kinderreport entfallen auf diese Kinder um 32 Prozent höhere Gesundheitskosten. Auch ist die Gefahr, Bildungsversager zu werden, bei diesen Kindern besonders hoch. Dafür sind in der Regel nicht mangelnde Intelligenz, sondern die ständigen Sorgen um die Eltern, das geringere Selbstbewusstsein, Versagensängste, geringere Stimulanz im Elternhaus und Defizite in der sozialen Kompetenz ursächlich. Studien legen nahe, dass die Schädigungen der Kinder in der lebenslangen Perspektive zu Kosten in Milliardenhöhe führen. Das Leid der Kinder ist mit Geld nicht zu ermessen.
 
Wie in jedem Jahr wird die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien die politischen Forderungen mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen unterstreichen. Alle Einrichtungen, Initiativen, Projekte aus Jugend- und Suchthilfe und der Sucht-Selbsthilfe und ihre Verbände sind eingeladen mitzumachen. Die Veranstaltungen sorgen dafür, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, Wissen zu vermitteln, Hoffnung zu verbreiten und betroffenen Familien und den Kindern Wege zu Hilfe und Genesung zu weisen.    
 
Die Fort- und Weiterbildungsangebote im Rahmen der Aktionswoche zielen auf das Bildungs- und Gesundheitssystem sowie die Jugend- und Suchthilfe. Insbesondere Kindergärten, Schulen und weitere Jugendeinrichtungen sind in besonderer Weise geeignet, die Kinder so zu unterstützen, dass sie sich trotz Widrigkeiten relativ gesund entwickeln können.
 
Alle Informationen zu Veranstaltungen und Anregungen zum Mitmachen finden sich auf der Website www.coa-aktionswoche.de  Kontakt: info@coa-aktionswoche.de

Zeitgleich finden in der Schweiz die Aktionswoche für Kinder von suchtkranken Eltern und in den USA sowie in Großbritannien die Children of Alcoholics Week statt. Schirmherrin der deutschen Aktionswoche ist die Schauspielerin Katrin Sass.  
Die Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien wird im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach § 20 h Sozialgesetzbuch V finanziert durch die
 
Die Aktionswoche ist eine Gemeinschaftsinitiative von:  

logo nacoa klein.jpg              logo sucht u. wendepunkt

 

Die Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien wird im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach § 20 h Sozialgesetzbuch V finanziert durch die

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geschrieben am 20.1.2020

 

 

 

 

 

Aktionswoche 2019 in den Medien

23.02.19 Weinheimer Nachrichten

20.02.19 Thüringer Allgemeine

19.02.19 Thüringer Allgemeine

18.02.19 Mannheimer Morgen

16.02.19 RBB Fritz

15.02.19 Neue Osnabrücker Zeitung

15.02.19 Allgemeine Zeitung

15.02.19 Junge Welt

14.02.19 Wochenblatt

14.02.19 Kreiszeitung

14.02.19 Schwarzwälder Bote

14.02.19 Süddeutsche Zeitung

14.02.19 Bonner General-Anzeiger

13.02.19 Saarbrücker Zeitung

13.02.19 Trierischer Volksfreund

13.02.19 Westdeutsche Zeitung

12.02.19 SWR 3

12.02.19 Mitteldeutsche Zeitung

12.02.19 Der Tagesspiegel

12.02.19 Lausitzer Rundschau

12.02.19 NDR

12.02.19 Parchimer Zeitung

12.02.19 RTL Nachtjournal (ab Minute 18:10)

12.02.19 St. Wendeler Land Nachrichten

12.02.19 Bonner General-Anzeiger

11.02.19 SAT1 Nachrichten (ab Minute 5'20)

11.02.19 Ärzteblatt

11.02.19 Stuttgarter Zeitung

11.02.19 RBB Inforadio

11.02.19 Stuttgarter Nachrichten

11.02.19 Domradio

11.02.19 TV Halle

11.02.19 Kieler Nachrichten

11.02.19 Singener Wochenblatt

11.02.19 Märkische Oderzeitung

11.02.19 MDR

11.02.19 Hannoversche Allgemeine

11.02.19 Deutschlandfunk

11.02.19 SWR

11.02.19 MDR

11.02.19 Kolner EXPRESS

11.02.19 Deutschlandfunk

11.02.09 Ärzte Zeitung

11.02.19 RBB Inforadio

11.02.19 Mannheimer Morgen

11.02.19 Rheinische Post

11.02.19 WELT TV

11.02.19 Ärzte Zeitung

11.02.19 Deutschlandfunk

11.02.19 MDR

11.02.19 RBB Inforadio

11.02.19 Deutschlandfunk Kultur

10.02.19 RTL Aktuell

10.02.19 Main-Echo

09.02.19 Neue Zürcher Zeitung

09.02.19 Badische Zeitung

09.02.19 Heilbronner Stimme

09.02.19 Reutlinger General-Anzeiger

09.02.19 Mannheimer Morgen

09.02.19 Badische Zeitung

08.02.19 RBB Kulturradio

08.02.19 Südkurier

08.02.19 Lausitzer Rundschau

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08.02.19 Badische Zeitung

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06.06.19 Mannheimer Morgen

06.02.19 mein-amadeus.de

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01.02.19 Saarbrücker Zeitung

31.01.19 Thüringische Allgemeine

24.01.19 NR-Kurier

23.01.19 SWR

23.01.19 Rhein-Zeitung

23.01.19 Taeglich.me

18.01.19 Kyffhäuser Nachrichten

18.01.19 Ostthüringer Zeitung

18.01.19 Thüringer Allgemeine

22.11.18 Mannheimer Morgen

 

15.02.19 Hannover: Pressemitteiliung des Paritätischen Niedersachsen zur zehnten bundesweiten Aktionswoche

Kinder suchtkranker Eltern: Probleme früher erkennen, Kindern besser helfen

„Kinder können nichts dafür, dass ihre Eltern suchtkrank sind“, sagt Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen e.V., anlässlich der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien, die am morgigen Samstag zu Ende geht. „Aber diese Kinder sind selbst enorm gefährdet, eine psychische oder eine Suchtkrankreit zu entwickeln. Deshalb dürfen wir sie nicht im Stich lassen.“

Kinder von suchtkranken Personen haben ein sechsmal höheres Risiko als andere Kinder, selbst in eine Abhängigkeit zu geraten. Etwa drei Millionen Kinder bundesweit leben mit mindestens einem suchtkranken Elternteil – in etwa 2,6 Millionen Fällen geht es um Alkohol, bei etwa 60.000 Familien um illegale Substanzen. Schätzungsweise ist jedes sechste Kind davon betroffen – auch in Niedersachsen. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer, wenn es um stoffungebundene Süchte geht: Glücksspiel, Mediensucht, Sexsucht. Vor allem das Thema Online-Sucht wird immer wichtiger, denn die Auswirkungen dieser Sucht auf die Kinder sind immens: Die Aufmerksamkeit der Eltern ist ständig abgelenkt, das wirkt sich massiv auf die emotionale Entwicklung schon von Kleinkindern aus. „Diese Zahlen und Zusammenhänge darf die Gesellschaft nicht ignorieren“, sagt Birgit Eckhardt. „Diese Kinder sind die wichtigste Zielgruppe für Prävention.“

Allerdings ist der Zugang zu den Kindern und Jugendlichen nicht immer einfach. „Sie tragen ein Geheimnis mit sich herum. Oft schämen sie sich für ihre Eltern, wollen sie aber natürlich nicht verraten.“ Wichtig ist deshalb, dass Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher geschult werden, um ein auffälliges Verhalten von Kindern entsprechend deuten zu können. „Da hat Niedersachsen noch viel Nachholbedarf“, sagt die Vorsitzende des Paritätischen. Betroffene Kinder benötigen Vertrauenspersonen, die ihnen neue Perspektiven eröffnen. Das können andere Familienmitglieder sein, aber auch Personen aus dem weiteren Umfeld, zum Beispiel Sozialarbeiter/-innen oder pädagogische Fachkräfte. So ist der Paritätische in Braunschweig
zum Beispiel an einem Patenschaftsprojekt für Kinder suchtkranker Eltern beteiligt. „Solche Projekte sind wichtig, damit Kinder Widerstandsfähigkeit entwickeln können und nicht selbst in eine Abwärtsspirale geraten“, sagt Birgit Eckhardt.

Wichtig wäre ebenfalls, dass Therapieeinrichtungen für Suchtkranke auch deren Kinder aufnehmen. „Die Kinder müssen dort auch eine Therapie angeboten bekommen und nicht einfach nur betreut werden“, fordert die Landesvorsitzende des Paritätischen. „In Niedersachsen gibt es solche Modelle leider bislang nicht, da muss das Land dringend aktiv werden.“ Ein Problem für solche Einrichtungen stellt allerdings die Kostenübernahme dar: Unterkunft und Betreuung von Kindern in Therapieeinrichtungen finanziert die Rentenversicherung; eine Therapie müsste das zuständige Jugendamt übernehmen. „Die Jugendämter scheuen davor allerdings meist zurück, weil das ihr Budget sprengt. Da ist der Bund gefragt, die Verfahren zu vereinfachen und die entsprechenden Mittel zur Verfügung zu stellen.“


 

12.02.19 Osnabrück: Jugendpolitischer Sprecher der FDP Bundestagsfraktion besucht Hilfeprojekt der Caritas

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Foto: Caritas /Urte Tegtmeyer: Expertinnen und Experten zum Thema Sucht und Kinder: Monika Schnellhammer, Stefanie Budczak,
Matthias Seestern-Pauly, Marina Wawilkin und Conrad Tönsing

„Vergessenen Kindern eine Stimme geben“ lautet der Apell der diesjährigen Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien, die in dieser Woche startet. In diesem Zusammenhang besuchte der FDP-Bundestagsabgeordnete Matthias Seestern-Pauly die Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation der Caritas in Osnabrück.

Beim Gespräch der Caritas-Fachleute mit dem Politiker wies Suchttherapeutin Stefanie Budczak darauf hin, dass durchschnittlich in jeder Schulklasse drei Kinder seien, die aus suchtbelasteten Familien stammen. Die Herausforderung sei, diesen Kindern ihre Hemmschwelle aus Scham und Sorge zu nehmen und für Angebote zur Prävention zu gewinnen. Matthias Seestern-Pauly, selbst Gymnasiallehrer sowie Kinder- und Jugendpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, forderte in diesem Zusammenhang eine verbesserte Lehrerausbildung: „Ich wünsche mir für Lehrkräfte eine bessere Unterstützung in Bezug auf die Sensibilisierung für Tabuthemen wie Sucht, Gewalt und Missbrauch. Dazu gibt es bislang in der Ausbildung kein Modul“, erklärt der Bundestagsabgeordnete.

Bessere Zusammenarbeit der Schnittstellen

Conrad Tönsing, Geschäftsbereichsleiter Suchprävention und Rehabilitation des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück, forderte eine bessere Zusammenarbeit an allen Schnittstellen, beispielweise bei der Jugendhilfe, den Schulen und anderen Einrichtungen. Im stationären Bereich der Fachkliniken Hase-Ems und Nettetal werden bereits familientherapeutische Angebote gemacht. Doch das alleine reiche nicht aus: „Ein Drittel aller Kinder aus suchtbelasteten Familien wird selbst einmal abhängig.“ Monika Schnellhammer, Geschäftsführerin des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Osnabrück, lobte die bereits bestehenden Kooperationen zwischen Kommunen und dem Caritasverband, doch gelte es, diese weiter auszubauen.

Schule hat besondere Bedeutung

Die Schule spiele eine bedeutende Rolle. Darin waren sich alle Teilnehmer des Gespräches einig: „In die Schule gehen alle Kinder. Hier müssen Mädchen und Jungen aus belasteten Familien ein niedrigschwelliges Angebot haben, an das sie sich wenden können“, fasste Marina Wawilkin, Leiterin der Caritas-Fachambulanz, zusammen. Dazu müsse beispielsweise die Zusammenarbeit der Suchtprävention mit der Schulsozialarbeit intensiviert werden um wirkungsvoll zusammenzuarbeiten. Dann könnten gefährdete Kinder aus Suchtfamilien besser vor einer eigenen potenziellen Sucht geschützt werden.

Quelle: www.hasepost.de

 

12.02.19 Speyer: Interaktive Ausstellung "ZERO" klärt über Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auf

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Foto: Klaus Landry

Noch bis zum Freitag, 15. Februar, informiert die innovative Ausstellung "ZERO" eindringlich und mit allen Sinnen erlebbar im Speyerer Diakonissen-Mutterhaus über die als Folge des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft auftretenden Schädigungen, die FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorders).

In Deutschland gilt das "Fetale Alkohol-Syndrom" (FAS) als häufigste nicht genetische Behinderung. Rund 10.000 Kinder kommen jährlich damit zur Welt - in Familien aus allen sozialen Schichten. Zur bundesweiten NACOA-Aktionswoche veranstalten die Referate Suchtkrankenhilfe, Schwangerschaftsberatung und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werkes Pfalz und die Jugend- und Suchtberatungsstelle NIDRO des Therapieverbundes Ludwigsmühle eine interaktive Ausstellung im Speyerer Diakonissen-Mutterhaus. "Zero" klärt eindringlich über Auswirkungen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auf.

"Mehr als 500 Schüler werden die Ausstellung sehen und können mehr als 100 Fachvorträge hören", wies Diakonissen-Vorsteher Günter Geisthardt auf das breite Spektrum hin, das von 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Freiwilligen Sozialen Jahr des Diakonischen Werks und zwei Studierenden unterstützt wird. "Die sehr nah an der Lebenswelt der Schülerinnen angesiedelte Ausstellung ist wichtig für künftige Hebammen, die die Kinder nur als Neugeborene sehen", betont Mareike Kast, Kursleiterin der Hebammenschule der Diakonissen Speyer. Gerade Familienhebammen erhielten hier wertvolle Erkenntnisse. Ziel sei es, frühen Kontakt zu Schwangeren aufzubauen.

"Alkoholfrei schwanger", appellierte Nina Roth von der Landeszentrale Gesundheitsförderung bei der Ausstellungseröffnung. Alkohol zerstöre Zellen des ungeborenen Kindes, wies sie auf fatale körperliche, psychische und geistige Folgen unterschiedlicher Ausprägung hin. "Schon ein Glas pro Woche hat deutliche Auswirkungen", sagte Roth.

Eine Fortbildung in Form einer interaktiven Ausstellung ist etwas Besonderes und bleibt vielleicht länger in Erinnerung,

lobte Albrecht Bähr, Landespfarrer für Diakonie, diese Möglichkeit, die Diakonisches Werk, Nidro Suchtberatung, Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus und FAS Deutschland gemeinsam verwirklichen. "Mir gefällt Konzept und Idee", betonte Bähr. "Das ist ein gelungener Start in die NACOA-Woche."

Das empfanden Schülerinnen im zweiten Ausbildungsjahr der Diakonissen-Hebammenschule auch so. "Total schön gemacht", erklärte Eleni im Ausstellungszelt, das einem Uterus nachempfunden ist. Die Schülerinnen verfolgten die Entwicklung betroffener Föten in 3-D-Ultraschallaufnahmen, verglichen Gewicht und Wachstum. An zwei Monitoren ließen sich die jungen Frauen über Alkoholeinfluss im Straßenverkehr und auf Ungeborene informieren. "Das Schlimmste ist, dass FAS so viele Facetten hat", sagte Eleni. "Dabei ist das Syndrom zu 100 Prozent vermeidbar." Ellen Bruder

 

12.02.19 Bielefeld: Presseerklärung des Bündnisses für Kinder aus Suchtfamilien in Ostwestfalen-Lippe

 „Bis heute macht mich die Familie verantwortlich für die Sucht meiner Eltern“ Die „vergessenen Kinder“ im Fokus der Öffentlichkeit

„Normalität hat es bei meinen Eltern selten gegeben. Entweder gab es Streit oder sie schliefen ihren Alkohol- oder Drogenrausch aus. Manchmal, wenn es ganz schlimm kam, holten Onkel und Tante mich und meinen Bruder. Schon als Kind war ich meist auf mich allein gestellt, habe mich um alles gekümmert, um den Haus-halt, um den kleinen Bruder und um meine Eltern. Als meine Mutter einen Selbstmordversuch unternommen hat, habe ich sie gefunden und den Rettungsarzt gerufen. Es war für mich immer normal, mich zu kümmern. Zum Spielen oder für Freunde war in meiner Kindheit kaum Platz. Bis heute macht mich die Familie verantwortlich für die Sucht meiner Eltern.“

Berichte wie der von Lina (Name geändert) sind typisch für Kinder suchtkranker Eltern. Auf drei Millionen wird die Zahl der Kinder mit suchtkranken Eltern in Deutsch-land geschätzt. Ungefähr jedes sechste Kind wächst somit aktuell im Schatten der Sucht auf. Eine solche Kindheit hinterlässt Spuren in der Seele der Betroffenen. Ungefähr ein Drittel der Kinder wird in der Jugend oder im Erwachsenenalter selbst suchtkrank. Ein weiteres Drittel entwickelt andere psychische Folgestörungen wie z.B. Depressionen, Angsterkrankungen oder posttraumatische Belastungsstörungen. Des Weiteren hinaus leben geschätzte fünf bis sechs Millionen erwachsene Kin-der mit einer familiären Suchtbelastung in Deutschland. Viele leiden unter traumatischen Folgestörungen. Obendrein sind vor allem Töchter aus Suchtfamilien gefähdet, sich als Erwachsene einen Suchtkranken als Lebenspartner zu suchen und so ihr Kindheitstrauma zu wiederholen. Aus einer unglücklichen Kindheit wird allzu häufig ein unglückliches Leben.

Man nennt sie auch die „vergessenen Kinder“, weil sie bis heute wenig Aufmerksamkeit erhalten und durch die Maschen der bestehenden Hilfesysteme fallen. In den letzten Jahren findet allmählich ein Umdenken in Jugendschutz sowie Suchtprävention und -hilfe statt. So hat sich die aktuelle Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Frau Marlene Mortler, im Besonderen der betroffenen Kinder angenommen und mahnt (www.drogenbeauftragte.de): „Um Kindern Suchtkranker zu helfen, müssen alle ihre Hausaufgaben machen: Bund, Länder und Kommunen. Wir brauchen funktionierende Netzwerke und klare Ansprechpartner in den Städten und Gemeinden – und das nicht nur punktuell, sondern flächendeckend. Wir müssen die Länder gewinnen, den Aufbau dieser Strukturen finanziell zu unterstützen. Und der Bund muss die Frage beantworten, wie die Sozialsysteme zum Wohle dieser Kinder noch besser zusammenwirken können.“ Aufgrund der Bedeutung der Problematik gibt es mittlerweile eine eigene Arbeitsgruppe im Bundestag, um die notwendigen gesundheitspolitischen Weichen zu stellen.

Um das öffentliche Bewusstsein für die Problematik zu schärfen, findet jedes Jahr um den Valentinstag - parallel zur COA-Week in den USA, in Großbritannien und dieses Jahr erstmalig in der Schweiz - die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien statt, in 2019 vom 10. bis 16. Februar (www.coa-aktionswoche.de). Initiatoren sind die drei Vereine NACOA Deutschland (Berlin), Such(t)- und Wende-punkt (Hamburg) und Kunst gegen Sucht (Düsseldorf). Einrichtungen der Jugend-hilfe, der Suchtprävention und des Gesundheits- und Bildungssystems sind aufgerufen, sich an der Woche durch Veranstaltungen und Aktionen zu beteiligen, um das Thema zu enttabuisieren und Öffentlichkeit herzustellen.

In Ostwestfalen-Lippe hat sich ein breites einrichtungs- und städteübergreifendes Bündnis gebildet, bestehend aus den Psychotherapeuten J. Flassbeck und J. Barth, dem Kinderschutzbund Ortsverband Bielefeld e.V., der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werkes Herford, der Arbeitsgemeinschaft Suchtselbsthilfe Gütersloh, dem Blauen Kreuz von Bad Salzuflen und Hiddenhausen-Eilshausen sowie dem Lichtwerk Filmtheater in Bielefeld. Am Dienstag den 12.02. um 19:00 wird im Lichtwerk der preisgekrönte Film „Die beste aller Welten“ gezeigt.

Der Regisseur Adrian Goiginger verarbeitet in dem Film seine autobiografischen Erfahrungen, als Kind mit einer drogensüchtigen Mutter in der Salzburger Drogen-szene aufgewachsen zu sein. Die Mutter Helga ist zerrissen zwischen ihrem Vorsatz, für ihren Sohn gut zu sorgen, und dem Zwang, ihre innere Leere mit Konsum und Rausch zu betäuben. Im Mittelpunkt steht indes der siebenjährige Adrian, wundervoll gespielt von Jeremy Miliker, wie er sowohl Liebe, Freiheit und Lebensfreude er-fährt, als auch die mit den Drogenexzessen verbundenen Belastungen und Traumata erlebt und diese mit Ängsten und Alpträumen bezahlt.

Die Geschichte gewinnt ihre Spannung aus der Ambivalenz zwischen dem bis ins Detail schonungslos dargestellten Drogenleben und der zarten Idealisierung der mütterlichen Liebe. Eben gerade aufgrund dieser scheinbaren Unvereinbarkeit von Ausschweifung und Fürsorge bleibt der Film stets auf dem festen Boden der Realität, gleitet nie ins Sentimentale ab und hinterlässt eine versöhnliche und hoffnungs-volle Stimmung. Adrian geht trotz und wegen dieser Kindheit mutig und kreativ seinen Weg - in der für ihn besten aller Welten. Nach dem Film stehen die Fachleute der beteiligten Einrichtungen zum Gespräch zur Verfügung.

Lina hatte Glück. Sie wandte sich mit 16 Jahren an eine Suchtberatungsstelle und eine engagierte Sozialarbeiterin betreute sie mehrere Jahre. Mit der Hilfestellung schaffte es Lina, sich vom Elternhaus loszulösen, die Schule abzuschließen, eine Ausbildung zu absolvieren und ein eigenes Leben aufzubauen. Dann viele Jahre später wurde sie „rückfällig“. Dem Vater drohte eine längere Haftstrafe wegen Beschaffungskriminalität. Lina begann wieder, sich zu kümmern. Rückblickend sagt sie: „Meine Mutter hatte ich schon verloren. Ich hatte Angst, auch ihn zu verlieren. Und die Familie hat mir Vorwürfe gemacht, dass ich eine schlechte Tochter sei, wenn ich ihm nicht helfe.“ Sie vergaß ihr neues Leben und verlor sich in dem Kampf, den Vater zu retten, bis sie von Ängsten und Erschöpfung überwältigt see-lisch zusammenbrach.

Ehemann und Freunde motivierten sie, eine Psychotherapie durchzuführen. Dort lernte sie ein zweites Mal, sich abzugrenzen, sich um sich selbst zu sorgen und ihr eigenes Leben zu leben. Seitdem sind zwei Jahre vergangen und heute resümiert sie: „Mein Mann und meine Freunde sind meine Familie.“

Quelle: Bündnis für Kinder aus Suchtfamilien Ostwestfalen-Lippe

 

12.02.19 Berlin: Pressemitteilung des drogenpolitischen Sprechers der LINKEN

Benachteiligung und Stigmatisierung von Kindern aus Suchtfamilien überwinden

„Es ist ein Skandal, dass kaum bekannt ist, dass deutschlandweit etwa drei Millionen Kinder und Jugendliche mit mindestens einem alkohol- oder drogenkranken Elternteil aufwachsen, und politisch viel zu wenig dagegen getan wird“, erklärt Niema Movassat, drogenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der zehnten bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien. Movassat weiter:

„Alkoholsucht und andere Drogensüchte sind ernstzunehmende Erkrankungen. Doch nicht nur die Erwachsenen brauchen Hilfe. Kinder, die mit suchtkranken Elternteilen aufwachsen, stehen unter großem Leidensdruck. Eine unbeschwerte Kindheit ist nicht möglich. Viele Kinder haben keinen Zugang zu Hilfsangeboten, weil ihre Situation tabuisiert ist und daher oftmals nicht erkannt wird. Wir brauchen dringend suchtspezifische Schulungen für Pädagogen, eine sichere Finanzierung von Hilfsangeboten und Aufklärungsmaßnahmen zur Enttabuisierung der Suchtproblematik. Ich fordere die Bundesregierung auf, endlich für diese Kinder gesetzlich einen eigenständigen Rechtanspruch auf Hilfe zu verankern.“

Quelle: Pressestelle DIE LINKE, Parteivorstand

 

 

11.02.19 Berlin: Pressemitteilung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Das Schweigen brechen

Zur zehnten bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 10. bis 16. Februar erklären Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik, und Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Gesundheitsförderung und Drogenpolitik:

Kinder aus Suchtfamilien haben keine Lobby. Sie sind auf die besondere Unterstützung von Politik und Zivilgesellschaft angewiesen. Eigentlich sollten Eltern auf ihre Kinder aufpassen. Bei Kindern aus Suchtfamilien ist es oft andersrum: Die Kinder tragen die Verantwortung und sie leiden im Verborgenen. Kinder psychisch kranker Eltern sind jedoch nicht nur selbst von einem höheren Risiko für psychische Erkrankungen betroffen, sondern sind gezwungen, auch innerhalb der Familie Aufgaben zu übernehmen, die sonst Erwachsenen obliegen.

Die Kinder haben zudem auch sehr stark unter der immer noch vorherrschenden Stigmatisierung psychischer Erkrankungen und deren Tabuisierung in der Gesellschaft zu leiden. Psychische und insbesondere Sucht-Erkrankungen werden häufig in der Familie gehalten und nach außen verheimlicht. Durch dieses "Schweigegebot" haben die Kinder wenige Chancen auf Hilfe und Unterstützung. 

Deshalb begrüßen wir diese Aktionswoche sehr, denn sie bricht das Schweigen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung psychischer Erkrankungen in der Gesellschaft. Aber es muss hier noch mehr passieren. Die Bundesregierung muss endlich den einstimmigen Bundestagsbeschluss vom Juni 2017 vollständig umsetzen: Hier fordern wir unter anderem eine Aufklärungskampagne, die sowohl Betroffene als auch die Gesamtbevölkerung über Beratungsangebote und Therapiemöglichkeiten informiert und der Stigmatisierung psychisch Erkrankter entgegengewirkt. 

Darüber hinaus muss die interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe substanzielle Vorschläge erarbeiten, um die Situation der betroffenen Kinder und Jugendlichen nachhaltig, effektiv und passgenau zu verbessern. Die zuständigen Bundesministerien - das Familien-, das Arbeit- und Sozialministerium und das Gesundheitsministerium - sollten alles daran setzen, die Arbeitsgruppe zu unterstützen und Lösungen auf den Tisch zu legen, die die Situation dieser Kinder und ihrer Familien nachhaltig verbessern. Ein weiteres Verschleppen und Hände in den Schoß legen haben diese Kinder nicht verdient.

Quelle: Pressestelle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

 

11.02.18 Berlin: Pressemitteilung vom Paritätischen Gesamtverband und NACOA zur Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Initiatoren und Unterstützer fordern von der Bundesregierung zügige Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen zur Unterstützung betroffener Kinder und Familien  

Durch einen Beschluss des Deutschen Bundestages und die Aufnahme des Themas in den Koalitionsvertrag der GroKo stehen die „vergessenen Kinder“ endlich auf der politischen Agenda. Die Bundesregierung steht in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass Hilfen für diese Kinder endlich gesetzlich geregelt und finanziert werden.

„Sie leiden extrem – nicht nur unter der Krankheit in der Familie, sondern vor allem auch unter der Stigmatisierung und Tabuisierung der Erkran­kung der Eltern“, sagte heute Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes  auf der Auftaktpressekonferenz zur zehnten  bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien in Berlin. „Diese Kinder suchen sich oft keine Hilfe, aus Scham oder aus Angst vor den Konsequenzen. Stattdessen übernehmen sie in ihren Familien Rollen, die weder ihrem Entwicklungsstand noch ihren Kräften entsprechen. Das alles hat häufig zur Folge, dass sie selbst eine Erkrankung entwickeln.“

Kinder aus Suchtfamilien sind die größte bekannte Risikogruppe für eine eigene Suchterkrankung und lebenslang hochgefährdet für psychische Krankheiten sowie soziale Störungen. Laut dem aktuellen DAK-Kinderreport haben diese Kinder um 32 Prozent erhöhte Gesundheitskosten. Internationale Studien legen nahe, dass die Schädigungen der Kinder in der lebenslangen Perspektive zu Kosten in Milliardenhöhe führen. Das Leid der Kinder ist mit Geld nicht zu ermessen.

Der Deutsche Bundestag hat 2017 in einem überfraktionellen Antrag beschlossen, dass Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern in Deutschland Hilfen bekommen sollen. Derzeit arbeitet eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe entsprechende Vorschläge für die Bundesregierung aus.

Der Bundestag trug der Bundesregierung darüber hinaus auf, Sucht und psychische Erkrankungen mit Aufklärungskampagnen zu entstigmati­sieren und diese Themen in die Aus- und Weiterbildung aller Erzieher/ innen, Lehrer/innen und Lehrer, Ärztinnen und Ärzte sowie Psychothera­peut/innen aufzunehmen. Beides ist bislang nicht ansatzweise umgesetzt.

„Wir fordern die Bundesregierung auf, die vom Parlament beschlossenen Aufklärungsmaßnahmen für die Bevölkerung sowie die geplante Entstig­matisierungskampagne 2019 bundesweit zu starten und die dafür not­wendigen finanziellen Mittel in angemessenem Umfang im Bundes­haushalt 2020 auszuweisen und bereitzustellen“, forderte Rolf Rosenbrock.

Auf die Wichtigkeit der Aus- und Weiterbildung wies Henning Mielke von der Geschäftsstelle der Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien, NACOA, hin: „Nur eine winzige Zahl von Kindern hat heute in Deutschland das Glück, ein spezialisiertes Hilfeangebot für Kinder von Suchtkranken nutzen zu können. Umso wichtiger ist es, dass in jeder Kita und jeder Schule die dort tätigen Menschen in der Lage sind, diese Kinder zu erkennen, zu verstehen und zu unterstützen, damit sie nicht die Süchtigen und psychisch Kranken von morgen werden.“

Die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien startet mit einem reichen Angebot von 120 Veranstaltungen in über 60 deutschen Städten. Viele davon sind Weiterbildungen für Fachkräfte. Das Programm der Aktionswoche ist unter www.coa-aktionswoche.de zu finden. Die Schauspielerin Katrin Sass ist Schirmherrin der Aktionswoche. Sie wird von der Kaufmän­nischen Krankenkasse (KKH) gefördert. Zeitgleich finden Aktionswochen auch in den USA, Großbritannien und erstmals auch in der Schweiz statt.

 

11.02.18 Berlin: Pressemitteilung der Bundesdrogenbeauftragten zur Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

undesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien - Drogenbeauftragte Mortler: „Diese Kinder brauchen endlich mehr Gehör und unser aller Unterstützung!“

Alkohol, Medikamente, Opioide – wenn Eltern suchtkrank werden, leidet die Familie mit. Ganz besonders gilt dies für die Kinder. Viele von ihnen erhalten nicht den Halt, den sie für ein gesundes Aufwachsen brauchen. Auch deshalb sind sie besonders gefährdet, im Erwachsenenalter selbst psychisch zu erkranken oder selbst suchtkrank zu werden. In Deutschland haben fast drei Millionen Kinder mindestens einen abhängigen Elternteil. In den meisten Fällen geht es um Alkohol (2,65 Millionen).

Die betroffenen Kinder benötigen besondere Aufmerksamkeit und vielfach auch passgenaue Unterstützung. Die COA-Aktionswoche - in diesem Jahr vom 10. bis zum 16. Februar 2019 – sensibilisiert für die besondere Situation der Kinder aus suchtbelasteten Familien.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler:

„Diese Aktionswoche hilft dabei, den Anliegen der Kinder suchtkranker Eltern Gehör zu verschaffen! Das ist dringend nötig, denn noch immer ist die Sucht der Eltern eines der bestgehüteten Familiengeheimnisse. Immerhin geht es in der Politik bei diesem Thema voran. Wir haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass wir die Situation der Kinder suchtkranker und psychisch kranker Eltern verbessern wollen. Klar ist aber, dass es bei Worten nicht bleiben darf.“

Seit letztem Sommer erarbeitet eine von der Bundesregierung auf Beschluss des Bundestages eingesetzte Arbeitsgruppe aus Experten und Fachbeamten Empfehlungen zur Verbesserung der Situation der Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern. Diese sollen dem Deutschen Bundestag im Sommer dieses Jahres vorgelegt werden.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mortler weiter: „Es gibt viel zu tun: Die Schwelle zur Hilfe ist für viele nach wie vor viel zu hoch. Wir müssen deshalb ganz dringend die bestehenden Hindernisse und bürokratischen Hürden abbauen. Wir brauchen eine bessere und schnellere Zusammenarbeit der Akteure vor Ort. Es darf nicht so weitergehen, dass die eine Hand nicht weiß, was die andere tut! Im Klartext: Jugendämter und Suchthilfe müssen enger zusammenarbeiten! Ansonsten geht das fast immer zu Lasten der Kinder.“

Die Drogenbeauftragte engagiert sich seit Jahren intensiv für dieses Thema. Mit einem Jahresarbeitsschwerpunkte ist es ihr 2017 gelungen, die „Kinder aus suchtbelasteten Familien“ in Bund, Ländern und Kommunen auf die Agenda zu setzen. Seither

sind über den Publikationsversand der Bundesregierung auch umfangreiche Informationsmaterialien bestellbar. Im Drogen – und Suchtbericht 2017 erschien ein Sonderkapitel zu diesem Thema, welches auf der Webseite der Drogenbeauftragten nachzulesen ist.

Informationen zur Expertengruppe „Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern“ finden Sie hier: https://www.ag-kpke.de/

Weitere Informationen zum Thema und der Aktionswoche unter:

www.drogenbeauftragte.de sowie www.coa-aktionswoche.de

Quelle: Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung

 

8.2.19 Bonn: Stellvertretende Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN besucht Hilfeprojekt

 

Die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Katja Dörner, hat am 8. Februar in ihrem Wahlkreis in Bonn das Hilfeprojekt "Starke Pänz" besucht. Sie sprach sich anschließend für verbesserte Hilfen für Kinder suchtkranker Eltern aus. Auf Twitter schrieb sie: "Es ist so wichtig, den vergessenen Kindern eine Stimme zu geben. Kinder aus Suchtfamilien dürfen nicht durch alle Netze fallen. Auch die Bundespolitik ist gefragt, bspw. um niedrigschwellige Angebote verbindlich zu machen." Mehr

Quelle: Bonner General-Anzeiger

 

 

08.02.18 Stuttgart: Presserklärung der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg

Vergessenen Kindern eine Stimme geben

Suchtprobleme sind immer noch so tabubehaftet, dass Kinder mit diesem Problem im Elternhaus sehr oft allein gelassen werden. Wie kann es sein, dass nicht nur Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn wegschauen, sondern auch professionelle Helfer*innen Suchtprobleme einfach übersehen? Je früher Kinder suchtkranker Eltern Hilfe bekommen, umso eher sind sie vor gravierenden negativen Folgen geschützt.

Die Landesstelle für Suchtfragen fordert deshalb in einem aktuellen Positionspapier, dass man Hilfen und Unterstützungen für Kinder suchtkranker Eltern systematisieren muss. Denn je früher Kinder erfahren, was mit Ihren Eltern los ist und dass sie mit dem Suchtproblem der Eltern nicht allein sind, umso besser sind sie geschützt, diese Belastungen gut zu meistern. „Man darf das nicht dem Zufall überlassen, ob Kinder mit so einer großen psychischen Belastung Hilfe bekommen oder nicht. In Kitas, Schulen und in der Jugendarbeit müssen die Mitarbeiter*innen soweit geschult und sensibilisiert werden, dass sie die Probleme erkennen und handeln können“, fordert Elke Wallenwein vom Diakonischen Werk Württemberg, stellv. Vorsitzende der Landesstelle für Suchtfragen. 

Aber selbst da, wo die Eltern eine Krankheitseinsicht haben und sich in Behandlung begeben, werden die Kinder nicht automatisch unterstützt. Dabei gibt es Erkenntnisse, Konzepte und Erfahrungen, wie wichtig die begleitende Unterstützung der Kinder ist. Sabine Sturm ist Psychologin in der Sucht-Fachklinik Haus Kraichtalblick und weiß aus Ihrer Arbeit zu berichten, dass die Kinder oft viel zu früh zuhause Verantwortung übernehmen und damit eigentlich scheitern müssen. „Es ist unglaublich schön zu erleben, wie die Kinder dann bei richtiger Betreuung und Unterstützung aufblühen und sich wieder trauen, Kind zu sein.“ Die Arbeit mit den sogenannten Begleitkindern einer RehaMaßnahme wird bis heute nicht von den Kostenträgern finanziert. 

Die Landesstelle für Suchtfragen arbeitet seit Jahren kontinuierlich daran, ambulante Gruppenprogramme für diese Kinder überall in Baden-Württemberg zu etablieren. Mit Hilfe der AOK-Baden Württemberg konnten mittlerweile Fachkräfte der Suchtberatungsstellen an über 30 Standorten zu dem Programm TRAMPOLIN geschult werden. Nun gilt es, dass diese Programme vor Ort bekannt und genutzt werden. „Wir müssen permanent dafür in der Öffentlichkeit und besonders in der Jugendhilfe werben. Die Institutionen brauchen immer wieder fachliche Informationen, um die Probleme erkennen zu können damit Hilfe gezielt ansetzen kann,“ berichtet Frau Beck-Götz von der Caritas Suchtberatung in Schwäbisch Gmünd, wo seit 4 Jahr solche Gruppen fortlaufend angeboten werden. 

 

Quelle: Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg e.V.

 

06.02.18 Eppelborn: Landesregierung kündigt Ausbau der Hilfeangebote für COAs im Saarland an

Anlässlich des Fachtages „Früh gefährdet -immer gefordert“ hat der Staatssekretär im saarländischen Ministerium für Soziales, Gesundheit , Frauen und Familie, Stephan Kolling, eine Ausweitung der Hilfeangebote für Kinder aus suchtbelasteten Familien angekündigt. Künftig soll es in jedem Landkreis des Saarlandes ein Hilfeangebot für COAs geben. Als Modell dafür dient das in Neunkirchen am Beratungs- und Behandlungszentrum des Caritasverbandes  Schaumberg-Blies e.V. entwickelte Präventionsangebot WIESEL. Der evaluierte Ansatz von WIESEL umfasst:

  • langfristig angelegte Kinder- und Jugendgruppen
  • Einzelberatung
  • Elternberatung
  • Familienseminare
  • Fortbildungen für Multiplikator/innen, insbesondere Erzieher/innnen
  • Mitarbeit im Landesarbeitskreis „Kinder in Suchtfamilien“ (gegenseitige Fortbildung, Fallbesprechungen, Lobbyarbeit)
  • Öffentlichkeitsarbeit

In Neunkirchen ist WIESEL seit 2012 ein Angebot der Regelversorgung. Es wird  von den beiden Landkreisen Neunkirchen und St. Wendel,  dem Land sowie der Caritas gemeinsam finanziert.

Die Macherinnen von WIESEL, Corinna Oswald und Janina Meeß, haben jüngst ein Methodenhandbuch für die Praxis veröffentlicht, in dem Sie die Erfahrungen aus über zehn Jahren WIESEL zusammengetragen haben. Der Fachtag „Früh gefährdet -immer gefordert“ fand im Rahmen der zehnten bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien statt.

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